Kum Nye

 

Kum Nye ist ein Übungssystem zur Entspannung und zur Entwicklung von Achtsamkeit.

 

Ursprung und Bedeutung von Kum Nye

Die tibetische Kultur ist vom Gedankengut des Buddhismus geprägt. Auf diesem Hintergrund ist Kum Nye entstanden. Lama Tarthang Tulku Rinpoche hat Kum Nye dem Westen zugänglich gemacht.

Die traditionelle tibetische Kultur betrachtet Körper und Geist als eine Einheit. Die beiden tibetischen Wörter Ku (sKu) und Nye (mNye) aus denen sich der Begriff Kum Nye zusammensetzt, bedeuten wörtlich Körpermassage. Mit dem Körper ist nicht nur der physische Körper gemeint, sondern unser ganzes Dasein, der Sinn und die Werte unseres Lebens. Die Grundbedeutung von Nye ist ein hartes Stück Leder weich massieren.

 

Übungsarten von Kum Nye

  • Meditationen, die die Wahrnehmung für den Körper und den natürlichen Fluss des Atems vertiefen
  • achtsame Körper- und Bewegungsübungen
  • Selbstmassagen mit Druckpunkten
  • Mantras

Zu der Übungspraxis des Kum Nye gehört das stille Sitzen. In dieser Haltung ruhen Körper und Geist in sich selbst. Traditionell wird das Sitzen in der klassischen Meditationshaltung auf dem Boden sitzend  ausgeführt. Es kann aber genauso gut auf einem Stuhl ausgeführt werden. Stilles Sitzen wird seit Jahrtausenden von Meditierenden praktiziert.

 

Meditation und Achtsamkeit

Die grundlegende Haltung beim Üben ist Achtsamkeit. Was da ist, darf sein. Durch liebevolles Annehmen. In diesem Zusammenhang: Was wirkt in Richtung Ganzheit. Welche Möglichkeiten habe ich? Wie kann ich Verbindendes, Wohlbefinden, Verständnis und Mitempfinden stärken?

Die Übungen können verstanden werden wie Lebenssituationen.

 

Bewegungsübungen

Die meisten Übungen sind technisch einfach. Das Besondere ist das langsame Tempo in dem sie ausgeführt werden. Körper und Geist können zu Ruhe und Klarheit finden.

Die Bewegungsübungen lassen sich in vier Gruppen unterteilen:

  1. Kreisende oder fließende Bewegungen
  2. Spannungspositionen
  3. Gleichgewichtsübungen
  4. Dehn-, Streck-, und Beugeübungen

 

Bewusster Atem und stilles Sitzen

Der Atem strömt in seinem natürlichen Rhythmus durch Mund und Nase. Körperliche Verspannungen sowie emotionaler Stress können dazu führen, dass der Atemfluss angespannt ist. Ganz besonders in anhaltenden Stresssituationen kann die Verbindung zwischen den Energiezentren eingeschränkt sein.  

 

Kum Nye kann verstanden werden als innere Massage.

  • Die Wahrnehmung wird feiner und ganzheitlich
  • Eine wohltuende Harmonie zwischen den Energiezentren wie Bauch- Herz-Kehl und Kopfzentren kann sich entfalten
  • Gefühle einer tiefen inneren Ruhe, Freude und Ganzheit können sich ausdehnen
  • Die mit dem Atem verbundene Lebensenergie durchströmt Körper, Geist und Sinne
  • Das Herz kann sich vertrauensvoll entspannen und öffnen
  • Die Selbstmassagen mit Druckpunkten lösen sanft Blockaden im gesamten Körper.

 

Ein paar Worte zur Übungspraxis

Kum Nye ist geprägt vom Geist der Freiheit und Achtsamkeit. Es ist eine Übungspraxis ohne Ideologie und starre Formen. Es fördert eine harmonische Lebensweise. Regt dazu an, im ganz einfachen Alltagsgeschehen bewußt und mit einer offenen inneren Haltung wahrzunehmen.

 

Wichtiger Hinweis!

Die Teilnahme an meinen Kursen beruht auf Eigenverantwortung und ist kein Ersatz für eine medizinische oder therapeutische Behandlung. Falls Sie sich in medizinischer oder therapeutischer Behandlung befinden, nehmen Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt/Ärztin oder Therapeuten/Therapeutin.